Das Versmaß
Jeden Satz mit einem neuen Wort zu beginnen,
Sich am Ende der Folge des Reims zu besinnen,
Die vorgegebenen Regeln nicht zu umgehen,
Um den prüfenden Blicken anderer zu bestehen,
Dem ganzen trotzdem einen Sinn zu geben,
Lässt einen ziemlichen Druck entstehen,
Fordert zum ständigen Lesen heraus,
Zwingt zum Denken, eine Zeile voraus,
Man will die Sätze nicht künstlich brechen,
Dafür mit fliehenden Reimen bestechen,
Die so natürlich wirken und klingen,
Als würden sie mit Leichtigkeit gelingen,
Doch sind dies wohl die Ausnahmen,
Viel öfter kommt das Unbehagen,
Der Zweifel, ersichtlich aus den Unterlagen,
Die Angst, am Versmaß zu versagen,
Welches man nicht einmal kennt,
Es gewagt aus dem Ärmel schüttelt, ganz behänd,
Sich selbst zum gefallen, nicht benennt,
Fehler missachtet, selbst wenn man sie erkennt,
Um mit sich im Reinen zu sein,
Sich zu ergötzen, an seinem selbst erschaffenen Reim,
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