Religion
Was in alten Gemäuern besonders gut erhalten,
Sind die Vorratskammern, geschützt von dicken Mauern,
Um all die Geschenke zu schützen, gegen die Naturgewalten,
Die dargebracht im Angesicht des Schweißes, von armen
Bauern,
Um den Priestern aller Religionen,
Ein unbeschwertes Leben zu ermöglichen,
Ihren Körper vor dem Verkümmern zu bewahren, ihren Geist zu
schonen,
Der sie abhob von den Einfachen und Gewöhnlichen,
Sie waren die ersten Denker und trieben,
Die ersten gesellschaftlichen Entwicklungen in Richtungen,
ganz nach ihrem Belieben,
Sie nahmen sich die Zeit zum Innehalten,
Zum Studieren der Sterne und aller Naturgewalten,
Im Namen der Götter ließen sie sich vom Volk beschenken,
Gegner des frühen Glaubens, säumige Zahler des Zehnten in
späteren Zeiten oft hängen,
Sie sammelten Gold, Kunstschätze, Land und Wissen,
Alles im Namen der Götter, zum Besten der Religion, ohne
schlechtes Gewissen,
In der Frühzeit waren sie die Herrscher über Völker und
Länder,
Bestimmten den Lauf der Dinge, trugen ihre Macht zur Schau,
durch das tragen herrlicher Gewänder,
Dann entwickelten sich Herrschaftsformen, die den Sinn des
Glaubens schnell erkannten,
Die Religionen für ihre Zwecke nutzten, den Einfluss der
Priester bannten,
Diese wurden nun zu Werkzeugen, zu Ikonen,
Sie wurden weiter versorgt, durften in ihren Palästen und Klöstern
wohnen,
Doch ihr Einfluss schwand, sie wurden zum Spielball der
weltlichen Macht,
Änderten ihre Ansichten teils über Nacht,
Wenn neue Herrscher mit neuen Ansichten auftraten,
Bot die Kirche sich an, sie zu beraten,
Wie man die Masse lenken könne, ohne in Konflikte zu
geraten,
Nur einzelne erhoben sich, die Masse der Priester schwieg,
Wenn ein Teil der Bevölkerung in Not geriet,
Die Priester gaben jedem Gottes Segen,
Selbst wenn dieser seine Augen schloss, der Taten wegen,
Welcher sich die Gesegneten oft rühmten,
Sie in Liedern besangen und sich mühten,
Allem einen Sinn zu geben, göttliches Streben,
Sich mit Gott im Einklang zu befinden, auf dessen Wegen,
Auf denen sie sich längst nicht mehr befanden,
Sie gaben mit lächelnden Gesichtern dem Teufel die Hand,
Marschierten in den Untergang, völlig überzeugt, wie gebannt,
Im Glauben, Gottes Hand zu spüren,
Doch erreichten sie ihn nie, konnten ihn nicht berühren,
Denn Gott ist weder blind noch taub,
Er toleriert weder Mord noch Raub,
Die Schuldigen werden hinweggefegt, wie welkes Laub,
In die Tiefe gezogen, in des Teufels Katakomben,
Wachen dort auf, wundern sich, sind wie benommen,
Fragen sich leider viel zu spät, erst wenn das Blut in den
Adern zu gefrieren beginnt,
Was sie verbrochen haben, wie sie an diesen Ort gekommen
sind,
Warum Gott sie nicht empfängt, sich von ihnen abwendet,
Diese Frage wird ihnen nie beantwortet werden, der Kampf um
die Richtung des Weges ist für alle Zeiten beendet,
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