Europa und der Rest der Welt
Europa war lange Zeit der Mittelpunkt des Weltgeschehens,
Wiege und Hort des sozialen und technischen Fortschritts, der
vielen Revolutionen,
Mittelpunkt so manches Umbruchs und gesellschaftlichen
Bebens,
Hat es sich mit Gewalt und gewaltigen Reden selbst erzogen,
Sagte oft die Wahrheit, hat umso öfter auch gelogen,
Hat ein Netz von Beziehungen gewoben,
Sich lange Zeit in der Welt hervorgehoben,
Durch die rasante Geschwindigkeit und Zielgenauigkeit,
Mit der es sich aus schwierigen Lagen und hinderlichen
Situationen befreit,
Doch nun ist die Zeit gekommen, die Einmaligkeit genommen,
Andere haben die Zeichen der Zeit erkannt, sind in Fahrt
gekommen,
Dem Moloch ein Schnippchen zu schlagen,
Die Lorbeeren des Erfolges nach Hause zu tragen,
Sie haben aus den Erniedrigungen der Vergangenheit gelernt,
Waren aufmerksamen Beobachter, haben sich niemals von ihren
Zielen entfernt,
Eines Tages die Größe ihrer Gegner zu erreichen,
All die offenen und ungesühnten Rechnungen zu begleichen,
Haben einen Willen entwickelt, sich in Schweigen gehüllt,
Um ganz leise, nicht mit Gebrüll, eine festgefahrene
Situation aufzuweichen,
Gekonnt, gezielt und nachhaltig, nach den Sternen zu
greifen,
Sich dem Griff des ewig gestrigen mit Stil zu entziehen,
Sie konnten und können sich erhobenen Hauptes durchs Leben
bewegen,
Stolz auf sich sein, ihre neu gewonnene Macht in die
Waagschale der Welt legen,
Sich ihres Reichtums an Bodenschätzen und Rohstoffen bewusst
werden,
Wie der riesigen Landgebiete, mit ihren seltenen Erden,
Sie werden der Zukunft offen entgegengehen, den Stürmen der
Zeit länger widerstehen,
Sind nicht mehr die schlecht bewaffneten, barfuß durch Felder
watenden Staaten,
Sondern hochentwickelte, aus dem Feuer der Vergangenheit
hervorgegangene Saaten,
Deren Reifeprozess über die Jahrhunderte bis heute
andauerte,
Und deren erblühen nun in vollem Gange ist,
Deren Rohstoffverbrauch eine Geschwindigkeit erreicht, die, wenn
man sie misst,
Einem Angst machen könnte, etwas Endgültiges besitzt,
Europa schrumpfen lässt, zu einer Insel,
Das ehemalige brüllen, sich allmählich wandelt, zu einem
kleinlauten Winseln,
Der Anführer der Welt, der Star aus alten Tagen,
Zum Bittsteller wird, in Bezug auf viele Fragen,
Die das zukünftige Leben auf diesem Kontinent bestimmen
werden und ihn Lehren,
Wer kurzfristig denkt, braucht sich über die Ergebnisse
nicht beschweren,
Und wer zu viel Übersieht, den bestraft das Leben,
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