Dienstag, 5. März 2013

Wenn der Hund nicht…


Wenn der Hund nicht…


Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre,

Dieses Unwort kommt mir immer in die Quere,

Wenn ich an die damaligen Zeiten denke,

Von meiner Geburt bis zu dieser Wende,

Die für mich, wie für viele andere, bedeutete das Ende,

Eines Weges, eines Traumes, entsprungen einer gesellschaftlichen Form,

Die entsprach der unausgesprochenen doch allgegenwärtigen Norm,

Alles vorzugeben und zu planen, vom Bildungsweg bis zum Beruf,

Diese Norm, die im Kopf einen Ozean bildete, den roten Faden schuf,

Der Faden, an dem man sich hielt, der einen immer in Richtung Ufer trieb,

Nie ein Gefühl der Verlorenheit und Leere aufkommen ließ,

Da  kaum Zeit zum Verweilen und Nachdenken blieb,

Die Brücke des Lebens wurde mit der Wende eingerissen,

Der rote Faden der geplanten Zukunft zerrissen,

Die Menschen waren schnell dabei, die neuen Fahnen zu hissen,

Ihre Arme auszubreiten, sich dem Neuen anzubiedern,

Sie wurden wieder zu willfährigen Werkzeugen,

Nicht jedem gelang dies, das kann ich bezeugen,

Sie bildeten die neue Kette mit alten Gliedern,

Konnten und mussten sich der Macht des Neuen nur beugen,

Betriebe, Grundstücke und Häuser räumen,

Konnten sich weder wehren, noch nutzte das Beschweren,

Der Stolz auf das einst Geschaffene, wurde ihnen über Nacht genommen,

Die Herzen der Menschen begannen sich zu leeren,

Das Neue, die Eigenverantwortung machte viele ganz benommen,

Es war schwer, sich in so vielen Situationen als Bittsteller wiederzufinden,

Der ständige Kampf begann, das Leben, die Zeit, durch die Hände zu rinnen,

Für viele begann damals und hält bis heute an, die Phase des ständigen Neubeginns,

Die Suche nach dem Sinn des Lebens, abseits des monetären Gewinns,

Wenn sie auch nicht offen davon sprachen, sondern innerlich zerbrachen,

Die Gegebenheiten nicht ihren Wurzeln, ihrem Innersten entsprachen,

Da sie der Gegensätzlichkeit der neuen Zeit, deren Widersprüchlichkeiten nicht entkamen,

Die ihre Gedanken zwangen, in ihnen zu verweilen, sich zurückzuziehen,

Dort gefangen blieben und nicht konnten entfliehen,

Ihre Kreise zogen und nichts, für deren Träger, an Reiz verloren,

Sie immer tiefer in den Strudel zogen und ziehen,

Sie mit Macht bezwingen, so dass sie sich in einer Welt verlieren,

Die sie erkennen aber so nicht wollten, oder einfach nicht verstehen,

Die mit ihnen umgeht, anstatt sie mit ihr umgehen,

Das ist ein Teil meiner Geschichte, die mich ausfüllt, mit einer Dichte,

Die eine Last bildet, wie die, unermesslicher Gewichte,

Der Drang, die Erfahrungen und das Erlebte zu beschreiben,

Entspringt wohl auch der Hoffnung, dass nichts muss so bleiben,

Und es den geschriebenen Gedanken gelingt, die Ohnmacht zu vertreiben,

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