Mittwoch, 20. März 2013

Der Kuchen


Der Kuchen


Wenn Kinder einen leckeren Kuchen backen,

Nehmen sie von Allem das, was ihrem Gaumen Freude macht,

Mischen alles zusammen, geben es in eine Form,

Welche dann die Optik des Kuchens bestimmt,

Sie haben Freude dabei und lachen,

Sie beobachten ihn im Ofen, wie er wächst, ganz sacht,

Die Kuchenform bestimmt die Optik, ist die Norm,

Sie fangen an zu überlegen, wer, wie viele Stücke nimmt,

Dabei müssen sie bedenken, wie viele Gäste geladen sind,

Sich überlegen, in wie viele Stücke sie ihn Teilen wollen,

Ihn im Geiste schon verteilen, ganz geschwind,

Jeder soll gerecht behandelt werden, niemandem den Vorteil grollen,

Auch für Überraschungsgäste soll es reichen,

Die plötzlich klingeln, angezogen vom leckeren Duft,

Alle Anwesenden müssen von ihren Vorstellungen abweichen,

Der Kuchen wird nicht größer, es bildet sich eine Kluft,

Zwischen dem tatsächlichen Angebot und der Nachfrage,

Kein Problem für diese Kinder, die Stücke werden kleiner,

Jeder bekommt etwas, kann den Geschmack aufnehmen,

Der Eine oder Andere, findet es vielleicht schade,

Wird eventuell nicht satt, doch leer ausgehen wird keiner,

Niemand hat am Ende einen Grund, sich zu beschweren,

Auch die Wirtschaft ist ein wundervoller, leckerer Kuchen,

Viele werden angerufen und eingeladen, am Tische Platz zu nehmen,

Doch stochern die Kuchengabeln im Leeren, er ist weg,

Man hat nicht überlegt, nur „Hier ist er“ gerufen,

Sie stürzen sich auf ihn, nehmen so viel sie können, dieses erwachsene Benehmen,

Darin, die Gefahr des Endes jeder Kuchenparty steckt,

Denn den Anderen beim Essen zuzusehen, selber leer auszugehen,

Steigert noch den Appetit, während man sich hungrig die Lippen leckt,

Wie die Verlierer damit umgehen, zeigt dann das weitere Geschehen,

Wie Kinder, die sich anders Verhalten und in Streit geraten,

Werden die Erwachsenen früher oder später auch entarten,

Und dies wohl nur, weil sie sich selber falsch beraten,

Vom Backen nichts verstehen, die Begrenztheit der Form nicht sehen,

Die gröbsten Fehler bei der Wahl des Verteilungsschlüssels begehen,

Und dies nicht nur im eigenen Lande, sondern auch global,

Der Verlust, der Frust und auch die Angst, zu verlieren,

Ist überall und allgegenwärtig, er beherrscht so viele Menschen total,

Es sind zu wenige, die in dieser Welt noch Gewinne erzielen,

Über den Rand des Tisches schauen können, ihn erklimmen,

Der für wenige und große Menschen scheint gebaut zu sein,

Nur der Duft des Kuchens erreicht sie noch, der Schein,

Die Hoffnung auf ein Stück des Kuchens, den Kampf zu gewinnen,

Beginnt ihr ganzes Leben, all ihr Trachten zu bestimmen,

Lässt sie Gutes und Schlechtes ersinnen,

Und immer wieder von vorn beginnen,

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