Die Insel
Der Blick schweift in die Ferne,
Streift die Erde, die Meere, die Sterne,
Sucht nach festen Punkten, dem Vertrauten,
Nach dem Möglichen und dem Erlaubten,
Erkennt die Weite in der Begrenztheit,
Erfährt Enttäuschung insoweit,
Er vieles nicht erreichen kann,
Das Unerreichbare ruft nach ihm,
Er kann es nicht umfassen, wie einen Stamm,
Den Stamm eines Baumes, den die Sonne getrieben,
Dessen Wipfel sich in der Höhe verlieren,
Er kann es nicht halten, wie das Wasser,
Das Wasser, das durch die Finger rinnt,
Und zu versickern beginnt,
Sobald es den Boden berührt,
Er kann es nicht verstehen, wie das Geschnatter,
Das Geschnatter der Enten am Teich,
Welches für ihn unverständlich bleibt, nicht weiter führt,
Er kann es nicht vermeiden, dass der Sand weicht,
Wenn sein Fuß den Boden berührt,
Seine Schritte Spuren hinterlassen,
Doch nur für einen kurzen Moment,
Der Wind verweht sie, darauf kann man sich verlassen,
Der Mensch ist eine Insel, von allem getrennt,
Es sind die vielen künstlichen Brücken,
Die ihn mit der Außenwelt verbinden,
Welche ihn mit Neuem schmücken,
Ihn des Insellebens entwinden,
Mit Gedanken und Ideen befruchten,
Wie ein Gärtner es tut, mit seinen Zuchten,
Sind diese Brücken eingerissen,
Bleibt es ihm überlassen, sie zu vermissen,
Sie immer wieder neu aufzubauen,
Bedarf Kraft und auch Vertrauen,
Gelingt in diesen Zeiten nicht jedem,
Wo das berechtigte Misstrauen,
Auf allen gesellschaftlichen Ebenen,
Den Brückenschlag verhindert,
Das Verstehen und Erkennen mindert,
Das Inselleben als Schutz ansieht,
Die Ichbezogenheit den Ton angibt,
Allen Angriffen nur schwer vergibt,
Die Einsamkeit am Ende siegt,
Da sie Ruhe und Ordnung verspricht,
Den Überblick gewährleistet, die klare Sicht,
Auf alles, was vor sich geht,
Was außerhalb des Inselbereiches entsteht,
Ohne, dass eigenes Zutun gefordert wird,
Das Nichts einen immer stärker umwirbt,
Der Wille und Antrieb stirbt,
Man sich in fremde Hände begibt,
Sich in das Inselleben verliebt,
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