Dienstag, 15. Januar 2013

Ford-Praktikum 2011


Ford Praktikum / Autohaus xxxxxxxxx – xxxxxxx / Berlin xxxxxxx





Beschreibung:


Nach erfolgtem Gespräch mit Hr.x,  wurde ein Praktikumsangebot gemacht. Mitarbeiter Kundendienstannahme/ Disposition im Autohaus.

Zeitraum 14 Tage

14.04-29.04.2011

Aussage Herr x:  Das Haus mit dem Besten Team


Abschlussgespräch zwischen Fr.x ( Ausbilderin) und Dirk Sauer (Praktikant)


+ aus Sicht der Mitarbeiterin:


Suche mir selbst die Arbeit, - Selbstständigkeit,


Stelle interessante/ interessierte Fragen,


Interesse an der Tätigkeit war deutlich zu erkennen,


Selbstständiges arbeiten...


- aus Sicht der Mitarbeiterin:


Körperhaltung bei Telefongesprächen im Sichtbereich der Kunden,


Unsicheres Auftreten gegenüber den Kollegen ( vor allem den Weiblichen)


Telefonische Unsicherheiten ( Begrüßung, Umgang mit nicht lösbaren Anfragen)


Vorschläge zu Verbesserung der negativen Punkte wurden gebracht:


  1. Zettel mit Begrüßungstext immer vor Augen, inkl. Namen.
  2. Selbstbetrachtung und Körperhaltung beachten.
  3. Anfragen ausführlich notieren


Durch mich nachvollziehbar und selbst hinzugefügt:


  1. Genauere Betrachtung der Unterlagen zwecks Fehlervermeidung und Nachbearbeitung.


  1. Etwas ruhiger Angehen.










Zum Betriebsablauf:


Es handelt sich um ein Ford Autohaus, die Werkstatt nimmt allerdings alle Wagentypen an. Auch beim Ankauf von Fahrzeugen werden alle Marken berücksichtigt.


Besondere Marketingaktionen tragen zu einer hohen Frequenz des Hauses bei. Hier sei Beispielhaft die Reifenwechselaktion von Ford genannt. 4 Räder wechseln für 10 € Brutto für alle Marken. Bei einer sonstigen Arbeitsstundenberechnung von ca. 48 € eine tolle Sache für die Kunden. Ziel ist es bestimmt Neukunden und Zusatzgeschäft zu generieren. Leider ist dies nicht nachvollziehbar. Ich persönlich hatte keinen Kunden, der seine Räder eingelagert hätte. Nach Aussage der Mitarbeiter in der Werkstatt geht auch kaum ein Kunde auf Reparaturvorschläge im Rahmen solcher Abwicklungsprozeduren ein. Sie fahren dann wohl eher wieder zu Ihrer Wald und Wiesen Werkstatt oder Ihr Markenautohaus ( Audi, Mercedes, BMW). Die Terminvergabe soll halbstündlich erfolgen. Es soll eigentlich in jedem Fall eine Direktannahme erfolgen, bei der durch den Annahmemeister  die erforderlichen Arbeiten mit dem Kunden besprochen werden sollen und eventuelle Vorschäden am Kundenfahrzeug dokumentiert werden sollen ( rechtliche Absicherung vor späteren Forderungen des Kunden). Selbst bei Anwesenheit von 3 Annahmemeistern konnten Termine nur in den seltensten Fällen eingehalten werden. Ich habe noch nie so viele Unzufriedene Kunden gesehen wie in diesem Haus. Ein Reifenwechsel-Kunde hatte mindestens 45 Minuten zu warten, jedoch waren es oft weit mehr als 60 Minuten manchmal auch Stunden. Kunden waren verärgert und aus ihren Angaben kann ich entnehmen, dass dies scheinbar die Regel ist. Alle Mitarbeiter im Endkundenbereich wirken oft sehr angespannt und äußern ihren Unmut auch in Gegenwart der Kunden. Die Kommunikation ist angespannt. Dies bestätigen vor allem die Männer, welche die Hauptarbeit leisten, die Mechaniker. Eine wirklich positive Äußerung konnte ich von keinem Mitarbeiter hören. Die Loyalität zum Hause x/ Ford ist eher gering. Das deutsche Problem. Man ist froh einen Job zu haben.


Bspl.: Ein junger Mechaniker sollte wohl kurzfristig einen Radwechsel durchführen und Rückmeldung geben. Statt ein lächeln und ein „ Vielen Dank“ kam:


Hoffentlich hast du die richtigen montiert!


Das war  es. Der hohe Arbeitsaufwand in allen Bereichen führt auch noch zu einem rüden Umgang miteinander. Motivation ist gleich null.


Telefonlisten  der Gruppe x waren in den ersten Tagen nicht vorhanden wurden dann aber wohl ins Intranet gestellt bis zum letzten Tag aber außer von mir wohl kaum bemerkt. Einen Hefter am Arbeitsplatz der Kundenannahme mit den wichtigsten Rufnummern gab es nicht. Klebezettel sollten es richten. Für neue Kollegen ein großes Problem. Alle Abteilungen arbeiten für sich selbst. Bereichsübergreifende Kommunikation findet im beschriebenen Ton statt. Wichtige Erkenntnisse und Problemlösungen werden zwar erkannt aber wieder verworfen, aufgrund persönlicher Ansichten.


Bspl.: Kundenannahmeprozedur


Ist: Kundendienstannahmemitarbeiter begrüßt den Kunde und sucht sich dann einen Annahmemeister. Der erste lehnt oft wegen Arbeitsüberlastung ab, der zweite auch, weil er die abwehrende Handbewegung des Kollegen nicht gesehen hat und wenn man ihm den Auftrag auf den Tisch legt kommt es noch zum ultimative Seufzen und Armhochreißen, um die Schwierigkeit zu unterstreichen, unter der es nur möglich ist, den Kunden zu bedienen. Dies alles vor den Augen eines Kunden. Der Vorschlag, alle Kunden geordnet nach Termin und ohne Termin nach Absprache an einer Zentralen Stelle zu deponieren wurde verworfen. Begründung: In einer anderen Filiale hätte es vor Jahren einen Kollegen gegeben, der die Kunden ohne Termin ignoriert hätte. Schade. Das hat wohl etwas mit Teamgeist und Arbeitsanweisungen zu tun.

Durch das geordnete Chaos verschwindet auch bald die Übersicht, über die Reihenfolge der Kunden und die Wartezeiten verlängern sich. Auch weiß niemand genau, wer, wie viel Arbeit gerade auf dem Tisch hat.


Bspl.: Fahrzeugausgabe:

Auch wäre es wohl hilfreich, sich auf 3 Varianten bei der Fahrzeugausgabe zu einigen:


  1. Kunde wartet im Haus
  2. Kunde kommt um....wieder ins Haus ( nur Kleinarbeiten)
  3. Kunde wird nach Rechnungserstellung immer Angerufen!


Dies erspart Nachfragen der Kunden und steigert die Kompetenz.

Bei der Fülle von Papier, die eine solche Rechnung umfasst sollten diese Geschrieben und geordnet werden, bevor der Kunde angerufen wird. Es dauerte bis zu 15 Minuten eine Rechnung für den Kunden fertig zu bekommen und man wedelte mit einem Haufen Papier vor dem Gesicht des Kunden herum. So kommt er. Zahlt. Bekommt eventuell noch Fragen zur Rechnung beantwortet. Das ist professionell! Während der Rechnungserstellung ist der Mitarbeiter nicht in der Lage Fragen zu beantworten, nur unter einem hohen zeitlichen Aufwand und unter dem Risiko Fehler zu begehen. Auch würde es den eigenen Mitarbeitern ermöglichen, Fehler im Vorfeld zu erkennen und Rücksprache mit den Meistern zu führen.(Abrechnungsbesonderheiten/ Garantieübernahmen). Meist ist im Moment der Rechnungslegung auch jeder andere Mitarbeiter im Kundengespräch.

Damit würde auch etwas Druck von den Mitarbeitern genommen werden, da sie sich auf das erstellen der Rechnung und nicht gleichzeitig auf den Kunden konzentrieren könnten. Es wären eventuell auch mal andere Gespräche möglich, wie das anbieten von Neufahrzeugen/ Probefahrten, sonstiges Zubehör (Weiterleitung an Verkäufer bei guten und vor allem bekannten Angeboten). Der Kunde bekommt das Gefühl: Hier haben sie alles im Griff! Und darauf kommt es an.


Sonstiges:

Eine seit Monaten nicht vorhandene Arbeitsbühne verzögert den Ablauf natürlich. Sie dient der Kundenannahme. Dadurch muss eine in der Werkstatt genutzt werden. Diese fehlt dann dort. Bei defekten von Grundsätzlichen Arbeitsmitteln, wie jetzt geschehen (Klimaanlagen-Diagnosegerät) kann niemand eine Aussage treffen, wann das Gerät wieder Einsatzfähig ist. Kunden werden dann am liebsten abgelehnt oder im besten Fall an eine andere Filiale verwiesen. Da ist die Frage nach Kundendienstverträgen und deren Umsetzung berechtigt. ( -Umsatzausfall)


Es ist zwar ein schönes Gefühl, eine Ausgelastete Werkstatt zu haben, aber der Nachteil ist:

Kunden werden abgelehnt! (-Umsatzausfall)

So geschehen bei Kunden mit ausgefallenen Bremslichtern und Bremsen, welche völlig den Betrieb versagten. Auch andere Häuser gaben keine Sofortlösung an. – Bremslichter hätte einer der Mechaniker schnell machen können, der an einem langfristigen Fahrzeug beschäftigt ist, ohne Termine zu gefährden. Das Fahrzeug mit defekter Bremse hätte auf der Straße geparkt werden können und mal reingenommen werden können, wenn es die Zeit zulässt. Alles eine Frage der persönlichen Einstellung. Mir als Praktikanten steht eine solche Entscheidung nicht zu. Rein logisch gehören für mich die Bremse und das Bremslicht zu den elementaren Teilen eines Fahrzeugs, deren Versagen gefährliche Situationen geradezu herausfordert.

Also, Kunden ohne Termin aber ernsten Problemen hatten es in diesen zwei Wochen schwer.


Aufgrund der Arbeitsfülle und Organisation sind Pausen für die Mitarbeiter kaum möglich. Sehr ungesund. Permanente Überstunden führen auch zu gravierenden Fehlern:

Herausgabe eines Fahrzeugs nach Wartung inkl. Ern. der Bremsen , ohne das auch nur ein Teil am Fahrzeug angefasst wurde, also ohne Endabnahme. Megapeinlich für die Marke Ford, das Autohaus x und die Mitarbeiter vor Ort.


Die Verwaltung der Eingelagerten Kundenräder sollte übersichtlicher gestaltet werden. Zwei Ordner- Privat/ Firmenkunden mit Kopien der Lagerscheine und Rechnungen der Kunden könnte das falsche Herausgeben von Rädern vermeiden helfen und sichert die richtige Zuordnung ab. Viele Kunden verlieren ja auch mal Ihren Schein oder lesen am Telefon falsch ab oder der Kundenberater macht einen Fehler. Auf alle Fälle nimmt man dem Kunden im Ernstfall das schlechte Gefühl und zeigt wieder als Autohaus seine Kompetenz. 


 Die interne Kommunikation läuft über Zettel. Kundenanfragen, Terminwünsche, anfragen von Fremdfirmen. Mobilfunknummern sind teilweise unbekannt und dürfen nicht herausgegeben werden. Eine Einschätzung, wie viel an Informationen dadurch unter den Tisch fallen fällt schwer. Aufgrund von Anrufen der Kundenbetreuung in Fällen die 14 Tage zurückliegen kann man aber davon ausgehen, das es dort einiges Verbesserungspotential gibt. Auch ist es oft unklar, wer sich von den Mitarbeitern gerade wo befindet, so dass sich Aussagen  gegenüber Kunden oft sehr schwammig anhören. Aussagen zum Stand des Reparaturfortschritts lassen sich mit einer verbesserten Ablage wie oben beschrieben wohl verbessern. Wenn die Rechnung nicht geschrieben wurde befindet der Wagen sich immer in Bearbeitung. Wir rufen sie an.



  


Pausen/ Kundenabweisung/Ausrüstung/Kommunikationsformen/ Informationstools/ Leihwagen/   


Betrug: Ein Bremsprüfstand ist nicht vorhanden. Trotzdem wurden durch den TÜV Prüfer Testberichte erstellt und alle Fahrzeuge ohne die vorhandenen Arbeitsmittel als betriebsfähig anerkannt. Es sei denn gravierende optische Fehler wurden festgestellt. Leider erfolgt nicht mal diese Sichtprüfung in entsprechender Form. Etliche Kundenreklamationen bestätigen dies. Betrug im ganzen Land. Alle Institutionen sind davon betroffen und niemand kann der Sache einhalt gebieten. Alle sind zu abhängig vom Geld oder zu gierig. Letztendlich zieht sich die Schlinge immer enger. x konnte und kann wohl nur wachsen, durch Unterlassung und Lohndumping. Die Qualität der abgelieferten Arbeiten kann wohl nur als mangelhaft bezeichnet werden. Wachsen konnte er vor allem durch Zukäufe anderer Häuser. Dort wurden eventuell Investitionen in Arbeitsmittel und Mitarbeiter getätigt. Dies brach ihnen das Genick. Ein einzelnes aber sehr anschauliches Beispiel für die Spirale, welche sich nur noch abwärts bewegt. Ob im Lebensmittelhandel, Automobilbau, Elektroindustrie und anderen Bereichen führt die Konzentration auf wenige Player nicht mehr zu einem gesellschaftlichen Fortschritt. Im Gegenteil, wenige Wettbewerbsteilnehmer bedeutet auch eine Erhöhung der Verfallgeschwindigkeit einer Gesellschaft. Wo sich früher noch viele um die Preisfindung und Lohnstruktur Gedanken machen mussten und es viel länger dauerte, bis Ausreißer den Markt beeinflussen konnten, sind es jetzt marktbeherrschende Einzel-

Gesellschaften, welche aus reiner Gewinnsucht von einem auf den anderen Tag ihre Entscheidungen treffen. Diese Entscheidungen können aus den wirtschaftlichen und an Universitäten gelehrten Erkenntnissen in einem solchen Umfeld nur an Kostensenkungs- sowie Umsatzsteigerungsmaßnahmen gebunden werden. Das klingt schon komisch. Für junge Studenten ohne Lebenserfahrung und Blick fürs ganze wird das wohl eher ganz normal klingen. Der Schwerpunkt liegt aber bei allem immer auf Kostensenkung. Damit können sich Führungskräfte am schnellsten im Unternehmen profilieren. Entlassungen, Nichtbesetzen von Stellen und Lohndumping. Die wenigen verbliebenen Marktteilnehmer ziehen genauso schnell nach. Mit denselben Maßnahmen. Damit erhöht sich wohl eindeutig die Geschwindigkeit dieser negativen Spirale. Alles endet eines Tages, wenn die engste Stelle erreicht ist. Dann folgt der Urknall, damit begann in früheren Zeiten alles von vorn. Früher. In allen Ländern das gleiche Bild. Traurig. In Deutschland sehen die Menschen schon besonders traurig aus. Das gute ist, das viele nicht merken was vor sich geht. Das ist gut so. Wenn mir junge Leute sagen, im Kapitalismus ist das eben so und man gewöhnt sich daran, man muss halt zum Schwein werden, dann ist dies auch nur ein Beweis für den Niedergang mit allen seinen Auswirkungen. Verrohung, Verelendung, Verdummung, Vereinsamung oder das zelebrieren von übertriebenem, gespieltem Glück  kann man überall beobachten. Da sind sie wieder, die Wörter mit der Vorsilbe „VER“. Diese drei Buchstaben geben dem folgenden einen negativen Beigeschmack. Verliebt klingt wie Verfahren, Verdienen wie Versagen, Vergrößern wie Verloren in den weiten des Nichts.

Diese Spirale ist nicht aufzuhalten und diejenigen, die es wissen sind in der Unterzahl und haben auch den geringsten Einfluss auf den Lauf der Dinge. Der Mensch ist wohl am Ende seiner Entwicklung angekommen. Schade.

Verkauft werden kann nur an Personen mit Geld und je mehr es davon gibt, umso besser. Wie ein Land sich selbst fertig machen kann ist schon ein wirklich interessantes Schauspiel. BigBrother live, jeden Tag, an jedem Ort. Nicht im Fernseher als Unterhaltungshöhepunkt des Tages sondern in den Straßen der Städte, den Häusern, den Wohnungen. Überall. Ideenlos, Sinnlos.    

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