Donnerstag, 27. Juni 2013

Ansichten

Ansichten


Ansichten sind vielfältig und so konträr,
Es gebe nur einen Menschen, wenn es anders wär,
Man bräuchte nicht zu diskutieren,
Würde nie den Überblick verlieren,
Alles würde laufen und stillstehen,
Die Zeit ablaufen und nicht vergehen,
Die große Langeweile würde herrschen,
Alle würden jeden und sofort verstehen,
Jeder sich mit jedem herzen,
Wenn es ganz so einfach wäre,
Käme sich niemand in die Quere,
Doch würden auch keine neuen Einsichten gewonnen,
Auf denen Ansichten beruhen,
Das Leben wäre zur Steifheit geronnen,
Alle würden dasselbe tun,
Niemand würde Argumente suchen,
Niemand wäre bereit, neue Erfahrungen zu verbuchen,
Ansichten und deren Entstehungsweg,
Können Lehrstoff sein und Anregung,
Zu neuem Denken animieren,
Ansichten, die Freiheit geben,
Sich in jede hilfreiche Richtung zu bewegen,
Ansichten beruhen auf des Trägers Wissen,
Man sollte dieses Wissen studieren,
Will man Ansichten anderer erfolgreich konformieren,

Oder deren Sicht im Ansatz nur, verstehen,

Freitag, 21. Juni 2013

Worte und Taten innerhalb des demokratischen Gebildes

Worte und Taten innerhalb des demokratischen Gebildes



Demokratie bedeutet laut Duden, die Volksherrschaft durch gewählte Vertreter des Volkes. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass alle Entscheidungen auf dem Volkswillen beruhen sollten und diesem auch zugutekommen sollten. Das Volk ist sich niemals einig darin, was für sich das Beste ist, so ist es auch mit den Parteien. Diese bilden nur einen Teil der Bevölkerungsmeinung ab. 40 bis 50 Prozent der Wahlberechtigten gehen aus Verdruss oder Zufriedenheit nicht mehr zur Wahl. X- Prozent wählen davon diese oder jene Partei. Diese Rechnung im Kurzformat macht deutlich, wie gering die Verankerung der einzelnen Parteien in der Bevölkerung eigentlich ist. Im Gegensatz dazu ist das Entscheidungspotential der politischen Institutionen um ein Vielfaches höher. Und das Volk kann lediglich über die Volksvertreter entscheiden. Über deren Verhalten, deren Entscheidungen und Einstellungen, kann es sich anschließend nur wundern, manchmal freuen, doch es kann diese Dinge kaum mehr beeinflussen. Parteien tragen in Deutschland Farben, Mal Gelb, mal Grün, mal Rot, auch Braun und Orange treten vereinzelt in Erscheinung. Schwarz gehört gerade zu den Siegerfarben. Sie nennen sich konservativ, fortschrittlich, alternativ, gerecht und zukunftsorientiert. Sie haben für alle Probleme und alle Fragen die passenden Antworten parat. Manche Vorschläge gefallen der Bevölkerung, manche werden von dieser weder wahrgenommen, noch verstanden, und manche werden abgelehnt und dennoch umgesetzt. Oft gleicht sich der Weg, den die unterschiedlichen Farben beschreiten und unterscheidet sich nur in der Wahl der Wörter und in der Form der Darbietung. Es gleicht bei genauerem Hinsehen einer Theateraufführung, vor mal interessiertem und mal gelangweiltem Publikum. Es sind Vorstellungen, die wie Theaterstücke meinungsbildend und richtungslenkend sind, je nach dramaturgischer Umsetzung. Wer ist der Regisseur hinter den Kulissen, wer der Finanzier und Vordenker. Wer bestimmt tatsächlich die Richtung, in die sich alles bewegt. Für den überwiegenden Teil der Bevölkerung, stellt sich diese Frage nicht. Sie stellt sich überhaupt nicht, solange Versprechungen und Ergebnisse sich halbwegs die Waage halten und die Mehrheit der Bevölkerung am antrainierten Rhythmus des Lebens teilnehmen kann. Sie stellt sich auch nicht, wenn die Mehrheit der Bevölkerung eine Minderheit als den Fehler im System ansieht und anerkennt. Somit bleiben soziale Ungerechtigkeiten und Nöte immer schön erklärbar und im Angesicht des Großen und Ganzen verzeihlich. Schuld sind immer die Anderen und die falschen Entscheidungen liegen meist Jahre zurück. Niemand kann sich so richtig daran erinnern, wie es zu den Fehlentscheidungen kam, die Voraussetzungen waren damals ja ganz anders und im Übrigen waren sie aus heutiger Sicht, damals richtig. Dies ist richtig und falsch zugleich. Die Frage ist doch, welchen Zeitraum man für die Wirksamkeit von Entscheidungen ansetzt, welche Einflüsse und Faktoren auf zukünftige Ereignisse man betrachtet, oder eben nicht. Welche Ziele ergeben sich aus den momentanen Situationen und wem nützen die Entscheidungen auf lange Sicht? Allen gesellschaftlichen Schichten, oder nur Teilen der Gesellschaft?
Politiker sind keine Hellseher. Das Wahlvolk noch viel weniger. Doch Gott gab allen ein Hirn und die Fähigkeit zum Nachdenken.
Wer Probleme hat, in die Zukunft zu sehen, sollte sich mit der Vergangenheit beschäftigen. Er male sich einen Zeitstrahl auf und kennzeichne auf diesem die Entwicklungen der relevanten Kennzahlen nach Jahren. Dann verlängere er den Zeitstrahl in die Zukunft und kann sich ein besseres Bild der Entwicklungen machen. In Excel Tabellen sind es die Trendlinien, welche manchmal mehr Aussagen, als kurzfristige Tages und Monatsergebnisse.
Kann die Bevölkerung eines Landes ärmer werden, obwohl das Land selbst immer reicher wird? Können die Steuereinnahmen eines Landes steigen, obwohl die Bevölkerungsbasis immer weniger Steuern zahlt? Alles eine Frage der Betrachtungs- und Herangehensweise.
Wer den Durchschnitt bildet, teilt die Gesamtsumme normalerweise durch die Anzahl der Einzelposten. Bei zwei Werktätigen, mit zusammen 5800€ Gehalt, ergibt sich ein Durchschnittsgehalt von 2900€. Das klingt ja ausgezeichnet, für den einen, der 5000€ im Monat verdient, für den anderen, mit 800€ im Monat klingt es wie Hohn. Doch dies ist die Realität. Die wenigen, mit den höchsten Einkünften oder Einnahmen, auch Umsätzen, bestimmen den Durchschnitt. Sie bilden aber nicht die gelebte Realität der Masse, ob Betrieb oder Bevölkerung, ab.

Man kann nur hoffen, dass bei all den Möglichkeiten, der Selbsttäuschung und des Ausblendens, durch Zufall, der richtige Weg eingeschlagen wird. Positive und aufstrebende Entwicklungen bedürfen eines erhöhten Einsatzes an Willenskraft und Umsetzungswillen. Der Sinn für die Realitäten des Lebens und der Blick für die Details, aus denen sich diese Realitäten zusammensetzen, sind wohl nicht mehr vielen gegeben. Wie viel Zeit bleibt noch, um sie neu zu entwickeln?

Dienstag, 18. Juni 2013

Nischen finden oder zugewiesen bekommen

Nischen finden oder zugewiesen bekommen


Wer sucht, der findet- wer will, der kann. Ist es wirklich so einfach, in dieser Gesellschaft seinen Platz zu finden? Wenn es so wäre, hätten wir wohl überall Vollbeschäftigung. Was hindert die Menschen  heute daran, ihren Stand in der Gesellschaft zu festigen und zu halten, oder überhaupt erst einzunehmen.
Meine Erfahrung nach der Wende:
Es spielte keine Rolle, was man ursprünglich gelernt hatte. Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch folgte der Anderen. Als junger Mann oder junge Frau mit dem „entsprechenden“ Aussehen wurde man erst mal eingeladen. Man hatte noch die Wahl. Und man hat nicht weiter gedacht, als an das nächste Wochenende. Die Gespräche waren fast überall recht professionell und wurden von gestandenen Mitarbeitern der Unternehmen durchgeführt.
Die Wendezeit war allerdings auch für alle westlichen Unternehmen das letzte Aufbäumen, vor dem langsamen versickern der Märkte. Man wollte schnell sein, die 17 Millionen mussten überrannt werden, durften im Angesicht der Angebote und klingelnder Vertreter, nicht zur Ruhe kommen. Wie viele Ostdeutsche wurden wohl damals wissentlich übers Ohr gehauen, wie viel Lehrgeld mussten sie bezahlen? Mancher hat bis heute nichts dazu gelernt.
Seit der Schule wusste ich, dass Alteisen, nicht nur ein Wertstoff sein kann, sondern im Westen auch die Menschen so kategorisiert. Diejenigen, welche eine bestimmte Altersgrenze überschreiten und danach vom „sogenannten“ Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt werden. Selbst ihre eigenen Nachfragen führen zu keinem positiven Resultat. Als junger Mensch, kurz nach der Wende, dachte man nicht mehr an diese ungeschriebenen Gesetze. Man befand sich im Rad der Geschehnisse, wie ein Hamster und vergaß die Zeit, konzentrierte sich nur auf das Hier und Jetzt.
Als ich die Altersgrenze erreichte und nach einhundertsechzig Bewerbungen lediglich fünf sehr grenzwertige Gespräche ohne erfolgreichen Abschluss nachweisen konnte, erinnerte ich mich wieder an die alten Regelwerke. Ich bin ein recht guter Beobachter und Zuhörer. Dies macht nebenbei gesagt, das Leben nicht einfacher. Aber es gab mir die Möglichkeit, die wenigen Gesprächspartner schon vor Dienstantritt richtig einzuschätzen.
Menschen sind abhängig vom Wohlwollen anderer Menschen. Wie in anderen Abschnitten beschrieben, sinkt das Interesse der Menschen aneinander, die soziale menschliche Bildung befindet sich auf dem Rückzug, der Wortschatz und damit das bildliche Vorstellungsvermögen sowie die Fähigkeit zur positiven Kommunikation schwinden nicht nur bei Gesamtschülern sondern auch Abiturienten und Studenten, halt in der gesamten Gesellschaft. Personalabteilungen bestehen aus frisch ausgelernten, ausstudierten, halbfertigen Persönlichkeiten ohne Lebenserfahrung und ohne Herzensbildung, von der fehlenden Berufserfahrung und der falschen Anleitung, braucht man nicht zu sprechen.
Es gibt natürlich noch die Ausnahmen, diejenigen, auf die der vorherige Satz nicht zutrifft. Aber in einem immer angespannteren, dem Druck des Marktes und der nachdrängenden jungen Menschen ausgesetzten Umfeld, ist der Spielraum für solche Menschen mehr als gering. Die Aufstiegschancen ebenso. Die Masse beugt sich den Gegebenheiten.
Ich saß also jungen Personalverantwortlichen gegenüber, die nicht einmal mehr Augenkontakt halten wollten oder konnten. Denen die Langeweile ihres Postens und die Sinnlosigkeit des bevorstehenden Gespräches in jedem Winkel ihres Gesichtes und allen Gesten ihrer Körperhaltung abzulesen war. Oder Menschen, mit einem unverhohlenen, unterschwelligen und aggressiven Auftreten, deren Machtposition im Angesicht der Bewerber voll zum Vorschein kam. Das Eine, wie das Andere, sehr unangenehme Herangehensweisen, an ein Bewerbercasting.
In den vergangenen Jahren erlebte ich selbst viele Bewerber, ihre Unterlagen bestanden aus einem angefressenen A5 Blatt, sie konnten keine zwei Sätze zusammenhängend vortragen und waren mal eingeschüchtert oder eben völlig von sich eingenommen, halt selbstbewusst durch Nichtwissen. Doch taten sie mir eher leid, junge Menschen, denen die Schule und somit der Staat nichts mitgegeben hatte. Es machte mich auch wütend, zu wissen, dass diese Menschen in ihrem Leben nichts erreichen werden. Sind sie selber schuld? Sind sie so geboren worden? Nein und nochmal, nein! Die Gesellschaft macht sie zu dem, was sie sind. Dazu gehört der Staat als Spitze, die Familie als Hort und alle anderen Berührungspunkte innerhalb der Gesellschaft.
Was hindert Menschen heute also daran, ihre Nischen zu finden? Ist es das Postleitzahlen- Scanning, welches Wohnorte als Gettos  identifiziert und dessen Bewohner aus der Bewerberliste streicht, ist es das Aussehen der Bewerber, da die Personalverantwortlichen nach ihrem persönlichen Geschmack auswählen, ist es wieder die Farbe der Augen, braune Augen- du Ausländer, blaue und graue Augen- du Deutscher?
Die letzte Bemerkung klingt hart, ist allerding nach den NSU Vorfällen und den Verwicklungen des Staates in Unwissen und Unfähigkeit eine zumindest in Betracht zu ziehende Alternative.
Oder sind es die vielen Fallstricke in den Abschlusszeugnissen der Personalabteilungen, mit denen verdeckte Mitteilungen an die nächste Personalabteilung gesendet werden. Dass diese Mitteilungen am Ende einer Beschäftigung nicht immer objektiv sein können, braucht wohl nicht erklärt werden. Streit mit dem Vorgesetzten, marktbedingte Veränderungen, gesundheitliche Probleme, die Gründe für subjektive Einschätzungen sind so vielfältig, wie auch menschlich.
Wer heute nicht bereit ist, sich unter Wert zu verkaufen bleibt draußen.
Dieser Satz dürfte kaum zu widerlegen sein. Nach dem zweiten Weltkrieg und dem damit verbundenen Verlust so vieler junger Menschen, funktionierte der Arbeitsmarkt noch. Es bestand eine Nachfrage von Seiten der Arbeitgeber und umfangreiche Bildung war erforderlich. Nun ist seit Jahren das Angebot an Arbeitskräften weit höher als die Nachfrage. Der Markt ist so gut wie am Ende. Der Staat als Handlanger der Unternehmer, das Arbeitsamt als Dampfpresse immer im Einsatz gegen die Arbeitnehmer. Arbeitnehmer müssen alles hinnehmen, Lohndumping, schlechte Arbeitsschutzbedingungen, unakzeptable Vertragskonstellationen. So ist es nun mal, wenn ein Markt kippt.
Die zugewiesenen Nischen des Arbeitsamtes, unkontrolliert, unkommentiert, sind das letzte Aufgebot im Kampf des Systems gegen Arbeitslosigkeit und soziale Verrohung. Dabei unterstützen die staatlichen Einrichtungen noch den Niedergang, durch die Akzeptanz unmöglicher Arbeitsangebote und Aussprache von Zwangsstrafen bei Weigerung der Arbeitnehmer, diese anzunehmen.
Die Gründe, warum so viele Menschen keine Nischen mehr finden sind also vielfältig und von der Gesellschaft selbst entworfen. Etwas weniger Bürokratismus, etwas mehr Flexibilität in den Stellenbeschreibungen und der Wille, sich Menschen in der Praxis anzuschauen, könnte die Situation eventuell entspannen. Ansonsten warten wohl alle Beteiligte wieder auf die Dezimierung der Bevölkerung.
Es können nicht alle Menschen selbstständig sein. Zum einen fehlt der Wille, zum anderen die geistigen Voraussetzungen, meistens das Geld.

Man erntet, was man sät. Wer will das erleben. 

Freitag, 14. Juni 2013

Die Worte Markt- und Planwirtschaft

Die Worte Markt- und Planwirtschaft


Alles nur Worte, doch Worte lösen Handlungen aus. Beim Wort „Planwirtschaft“ rollen dem Kapitalisten von heute, die Schweißperlen in den Nacken, oder ist es nur die Angst vorm nächsten Review vor der Geschäftsleitung, vor den Aktionären, der Gesellschaft als Ganzes? Viele vergessen, dass die freie Marktwirtschaft von jedem Betrieb auch eine Planung abverlangt, oder möchten am liebsten planlos handeln. Diese Pläne beruhen manchmal auf realitätsnahen Informationen des wirtschaftlichen und politischen Umfeldes und sind mal Ausdruck, für engstirniges, arrogantes und selbstherrliches Unverständnis der Unternehmensführung für die Realität.
Wirtschaftspläne werden also erstellt, der rote Faden für Mitarbeiter und deren Führungspersonal. Ausgangssituationen, Ziele und die Formen und Arten der Maßnahmen, welche zur Erfüllung der Pläne beitragen sollen. Viele Firmen verlängern schon die Planungszeiträume, ähnlich der 5 Jahrespläne im sozialistischen Wirtschaftssystem. Vorteil, Schwankungen in der Erfüllung, durch außergewöhnliche Umstände müssen nicht ständig erklärt werden, können aber in der Umsetzung Berücksichtigung finden. Allerdings nur, wenn jemandem, irgendetwas auffällt und nicht alle an einem nicht umzusetzenden Plan festhalten, der dann das Aus bedeutet. Als Beweise können alle ehemaligen Ostländer und verschiedenste Firmen des Inn- und Auslandes herangezogen werden.
Planvoll wirtschaften tut also nicht weh. Im Gegenteil, spricht man von der Selbstreinigungskraft der Märkte im planlosen System, vermeidet der Mensch es wohl mit Absicht, von den tatsächlichen Vorgängen zu sprechen. Von den Schicksalen der menschlichen, denkenden und fühlenden Individuen, von deren Nöten und Ängsten. Der Betrieb an sich ist ein Ding, eine gefühllose, leblose Sache. Die beteiligten Menschen füllen ihn mit Leben aus. Doch von ihnen wird nur am Rande berichtet. Und nach dem Ende einer Unternehmung geraten eher die Schicksale der Menschen, als der Name des Unternehmens in Vergessenheit.
Im Grunde beruht alles auf einem Plan, teilt man dessen Inhalt seinen Nachbarn nicht mit, hat man zuerst mal Erfolg, durch klare wirtschaftliche Vorteile. Kostenvorteile bestimmen, nachdem Design- und Innovationsvorteile ausgeschöpft sind, die Erfolgskurven der Unternehmen.
Als die Bundesrepublik die DDR vereinnahmt hatte, mussten die Vorauskommandos wohl innerlich jubeln. Wie lange war es her, dass sie Menschen für so wenig Geld hatten arbeiten sehen. Niemand stellte Forderungen, alle bangten nur um ihre Jobs und ihre kleine, heile Welt. Was dort ging musste nun als wirtschaftliche Grundlage herhalten. Niedrige Löhne in immer mehr Bereichen der Wirtschaft wurden durch Umwälzung der Belegschaften in immer kürzeren Zeiträumen und Auslagerung der Menschen in Billigfirmen erreicht. Damit schürten sie den Konkurrenzgedanken unter den Belegschaften und zerstören damit den Zusammenhalt der betroffenen Schichten. Die Erhöhung der Gewinnmargen unter allen Umständen, die Sicherung der Weltmarktanteile an Handel und Industrie sind die einzigen noch verbliebenen Ziele dieser Marktwirtschaft.
Den anderen europäischen Ländern fehlte dieser wirtschaftliche Einblick, in das Leben der Ostländer. Sie sind seit Jahren mit Arbeitskämpfen beschäftigt und können sich ein anderes Model nicht im Traum vorstellen. Sie hatten aus ihrer Sicht höchstens Mitleid, mit den verarmten Menschen des postkommunistischen Systems. Wo deutsche Chefs ihre Rettung sahen und sehen, sahen und sehen sie nichts.
Das Wasser fließt immer Flussabwärts. So ist es wohl auch mit dem Geld. Niedrigere Löhne machen die Produkte interessanter und natürlich erschwinglicher. Bei gleicher Qualität entscheidet der Preis. Zumindest langfristig. Denn mit  einer überraschenden, überzeugenden und gewinnenden Kommunikation, lassen sich manchmal auch teurere Produkte an Interessenten verkaufen. Dies gelingt allerdings oft nur über einen kurzen Zeitraum. Bleibt den Interessenten Zeit für Recherche und eigene Nachforschungen, haben sie Zeit, sich mit ihren Entscheidungen zu beschäftigen, werden sich die Ziele ihrer Begierden verlagern. Ihre eigene Gewinnspanne findet mehr Beachtung, die Auswahlmöglichkeiten erhöhen sich mit dem Zeitfaktor exorbitant. Sie können ihre Investitionen „planen“.  
Ist der Plan aufgegangen? Ja, viele Flüsse fließen nach Deutschland und füllen die Flussbetten und Auen. Blühende Vorgärten, für die Beteiligten, für diejenigen, welche nur den Löffel hinzuhalten brauchen, um vom süßen Brei genügend abzubekommen.
Eine nicht schwindende Zahl von Arbeitslosen, Geldverdienern und von Armut betroffene Kinder, Jugendliche, junge und alte Menschen sind ein scheinbar überschaubarer Preis für diesen Plan. Ohne ihn, sähe es wohl schlimmer aus.
In den anderen Staaten der europäischen Union scheinen Geld, Ideen und Zukunftsträume von den reißenden Flüssen mitgerissen worden zu sein. Dies passiert, wenn man einen Plan hat, für den sich weder Gott noch der Markt interessieren. Geld ersetzt keinen Plan und schon gar keine fehlenden Ideen. Es kann die Träume von einer besseren Zukunft bis zum Erwachen in der erneuten Depression fördern.
Schon oft und gerne erwähnte ich das Wort „Ausgeglichenheit“. Ein Fluss ohne Gefälle kommt zum Stehen. Dies ist auch nicht vorteilhaft. Es muss also neben dem Zufluss auch einen Abfluss geben, der Kreislauf muss funktionieren. Dies steht allerdings den gelehrten Einstellungen des Menschen in der heutigen Gesellschaft entgegen. Habe Erfolg, sei erfolgreich, missachte die Erfolglosen. Dies ist dann wohl der ungebremste Kapitalismus. Oder die Dummheit der Beteiligten? Wer möchte diese Frage schon beantworten.  Stückzahlen oder Gefühle, Einstellungen oder Vorstellungen, entweder...oder, dass alles auch im Zusammenhang stehen kann und über Erfolg und Misserfolg auf lange Sicht entscheidet, zu dieser Erkenntnis gelangen in ihrem Leben die wenigsten Menschen. Aber vielleicht ist selbst dieser Umstand ein Schutzprogramm der Seele, um das Elend in der Welt nicht verstehen zu müssen und selbst nicht leiden zu müssen.
Ein Plan kann, wenn er nicht missbraucht und entstellt wird, durchaus wegweisenden Inhalt haben, den roten Faden in einer zutiefst komplizierten Welt bilden, an dem sich alle festhalten können.
Alle Menschen in Richtung Boden drücken, diesen Plan haben schon alle gesellschaftlichen Vorgängermodelle kopiert und sind gescheitert. Allerdings lässt er sich am einfachsten umsetzen. Dafür bedarf es weder Schulen noch Universitäten, weder Bildung noch Gebildete.

Die betroffenen merken es erst sehr spät, wenn überhaupt.

Freitag, 24. Mai 2013

Gott und die Bibel


Gott und die Bibel


Was hat der liebe Gott mit der Bibel zu tun? Nichts. Gott mag der Schöpfer sein, des Lebens und aller Dinge die da sind. Er mag auch die Zehn Gebote mit Blitz und Donner in Stein gemeißelt haben. Damit ist sein Zutun auch erschöpft.
Viele Gegner des Christentums machen alles am Erscheinungstermin der Bibel und der Ereignisse rund um Jesus fest. Die Gegner  setzen dagegen- das  wissenschaftliche Entstehungsdatum der Erde und des Kosmos. Wer hat das All erschaffen? Woher kommt die Materie? Welchen Sinn macht das Alles?
Gott kann alles erschaffen haben, doch die Fähigkeiten des Menschen, Dinge in Schrift und Bild festzuhalten entwickelten sich viel später. Gottes Einfluss endet mit der Schöpfung. Die Geschöpfe entwickeln sich nach ihrem eigenen Gefallen. Ihren Handlungen kann er maximal Zeichen entgegensetzen, doch er kann niemanden an Handlungen hindern. Die Macht entwickelt sich und fällt in sich zusammen. Alles eine rein menschliche Entwicklung.
Warum Christen immer am Erscheinungstag Jesu, als Beginn allen christlichen Lebens festhalten ist völlig unklar. Mit dem Fortschreiten der wissenschaftlichen Erkenntnisse, steigern sich notgedrungen auch die Widersprüche zwischen Bibeltext, Schöpfungsgeschichte und beweisbaren Erkenntnissen.  Man sollte die Zeitbeschreibungen nicht so ernst nehmen. Niemand kann die Antwort auf die Fragen geben: „Woher kommen wir?“, “ Warum sind wir?“.
Denkt der Mensch darüber nach, woher die erste Materie kam, über die Unendlichkeit der Zeit und des Raumes, wird ihm normalerweise schwindelig. Es sind interessante Fragen, die einfach unbeantwortet bleiben. Wer kann die Zeit vor dem Urknall erklären? Niemand. Alle Aussagen können nur als Vermutungen abgetan werden. Da ist das Vorhandensein einer Macht, ob sie nun Gott heißt oder einen anderen uns unbekannten Namen trägt eine gute Alternative. Zumindest würde dies, das Vorhandensein aller Dinge erklären. Wenn die Zeittafel nicht im Wege stehen würde.
Der Vorteil aller neueren Glaubensrichtungen besteht darin, sich kaum in Widersprüche aufgrund festgelegter Zeiträume zu verwickeln. Entweder werden Menschen zu geistigen Führern erklärt, oder Dinge in den Mittelpunkt gestellt. So das Geld, die Liebe, Tiere oder Pflanzen. Eine sehr einfache Angelegenheit.   
Seit Jesus konnte niemand mehr über das Wasser gehen, niemand konnte Wasser in Wein verwandeln und niemand konnte wie Moses das Meer teilen. Die Glaubensritter predigten Wasser und tranken Wein. Sie riefen zu Mord und Totschlag im Namen Gottes auf, um ihren persönlichen Reichtum zu mehren. Die Kirche untergrub Staatensysteme, wenn es für sie von Vorteil schien und versagte Menschen die notwendige Hilfe, wenn Hilfe angebracht gewesen wäre.
Ja, es gibt auch die guten Beispiele, für tatsächliche Nächstenliebe, für gelebte Christlichkeit. Die Zahl der Opfer des Christentums übersteigt deren Anzahl um ein Vielfaches.
Im Namen der Kirche werden Behinderte heute wieder zu billigen Arbeitskräften, die den kirchlichen Unternehmen (auch weltlichen) einen Wettbewerbsvorteil verschaffen soll. Der letzte Vorteil auf dem  marktwirtschaftlichen Weg nach unten. Unkontrolliert, unmenschlich, unbarmherzig werden im Zeichen des vergoldeten Kreuzes, die letzten Trümpfe gezogen.
Ob der liebe Gott, beim Blick auf all die Vorkommnisse, im Hinterkopf immer die Zehn Gebote, noch ruhig schlafen kann? Wohl kaum. Wenn er ähnlich den menschlichen Wesen, was anzunehmen ist, sich als der Einzige, Gedanken um den Fortbestand seiner Schöpfung macht.
Gott kann Zeichen setzen, doch ob sie auch verstanden werden, hängt einzig vom Willen und Vermögen der Menschen ab. Überwiegend in der Frühzeit der menschlichen Evolution, als man noch jeden gebrochenen Grashalm als Zeichen dieses oder jenes Gottes ansah, als Wegweiser durch eine unbekannte Welt freudig entgegennahm, waren die Menschen in der Lage und willens, die Zeichen zu erkennen und zu deuten. Heute, im Zeitalter der Technisierung, wo alle sich auf den Wetterbericht verlassen, aber das Wetter selber nicht mehr einschätzen können, verkommen auch Gottes Zeichen zur Bedeutungslosigkeit. Sie sind nicht mehr Hilfreich, zeigen nicht den Weg, berichten nicht über Gottes Zorn, sondern sind Naturphänomene, mit denen der Mensch leben muss und kann.
Die Logik der Schrift und des Handelns sollten wieder mehr Beachtung finden. Ich wage es, mich zu wiederholen. Übereinstimmungen von Wort, Schrift und Taten sind die einzigen wirklich überzeugenden Handlungen, die dem Glauben einen tieferen und erfüllenden Sinn geben können. Alles andere ist Geschwätz und gibt den Menschen nicht die Sicherheit, auf die sie in unsicheren Zeiten angewiesen sind. Die Predigten, das Wort zum Sonntag, alle guten Vorsätze verhallen wie Blitz und Donner, ungehört, unverstanden und ungelebt.
Noch ist es nicht zu spät, dem Glauben an den Gott und seine Weisheiten zu verbreiten. Die Verantwortlichen sollten sich einmal tiefgründig mit allen Zusammenhängen beschäftigen und auch der Ist- Situation innerhalb der globalisierten Gesellschaft und Welt mehr Raum für Gedanken geben.
Neue Wege können auch dem Alten eine neue Richtung geben. Man muss nur dazu stehen.  Die Gegebenheiten sehen und sich eingestehen, Fehler begangen zu haben, die Augen vor der Wirklichkeit verschlossen gehalten zu haben und erst spät, jedoch besser als nie, sich dem Fortschritt angeschlossen zu haben.
Das bedeutet auch Verzicht, Verzicht auf alte Aussagen, Verzicht auf alte Handlungsweisen und Verzicht auf falschen Stolz.
Als ich mich um die Aufnahme in die evangelische Gemeinde Marzahn bewarb, erhielt ich nicht mal eine Antwort. Schweigen ist manchmal aussagekräftiger als das gesprochene Wort.
Man kann auch ohne Kirchenbeitrag leisten zu müssen, einem Gott vertrauen. Eventuell mehr noch, als mit dem vorgebeteten Allerlei in den durch Blut und Schweiß der Armen geschaffenen Gotteshäusern der Kirchengemeinden.

Dienstag, 21. Mai 2013

1989


1989


Viel wurde über das Wendejahr 1989 gesagt, geschrieben und durch Film-Theaterschaffende in Szene gesetzt. Wie üblich, überwiegen die Meinungen der Profiteure einer Veränderung. Wie erlebten es junge Menschen, wie erlebte ich es, was sah ich, was wusste ich, welche Eindrücke schlugen auf einen Menschen ein. Welchen Veränderungen musste ich mich stellen und wie sah ich das Ganze? Was konnte ich tun, welchen Einfluss hatte ich auf die Geschehnisse?
Im Mai 1989 begann mein Wehrdienst, in der Nationalen Volksarmee. Stationiert in Niederlehme bei Königswusterhausen, bedeutete dies  einen langen Abschied von Zuhause und einen extremen Einschnitt, in die persönliche Freiheit und jugendliche Unbefangenheit. Ab jetzt hatten andere das Sagen und man hatte zu gehorchen.
Im Mai 1989 war von der Wendestimmung noch nichts zu spüren. Grundausbildung, politische Bildung und die Versorgungslage waren für Offiziere und Mannschaften unverändert und Alltag.
Dank des Fernsehverbotes und zahlreichen Aufgaben im Revierdienst oder durch zugeteilte Arbeiten in den Kfz Werkstätten, bekam man als junger Rekrut nichts von der Außenwelt mit.
Erst ab September`89, wurde es innerhalb der Kaserne unruhig. Der Kraftstoff, für Fahrzeuge wurde knapp, das Essen wurde einseitiger. Wie ich meinen eigenen Briefen entnehmen kann, bestand ein Gulasch nur noch aus Fettstückchen und die Beilage nur noch aus geraspeltem Kohlrabi.
Die Leipziger Montagsdemos verbreiteten ihre Kraft auf andere Städte Ostdeutschlands, DDR Bürger begannen die Botschaften anderer, westlicher Länder zu stürmen und Ungarn öffnete die Grenzen nach Österreich für Ostdeutsche.
Ab diesem Zeitpunkt wurde es ungemütlich. Die Offiziere sprachen von Verrat, von geplanten Gegenmaßnahmen und forderten von den Soldaten die Bereitschaft ab, ihre Heimat zu verteidigen.
Fernsehen wurde zugelassen, heimlich wurde Westfernsehen geschaut. Die Montagsdemos wurden gezeigt. Ich erinnere mich an viele Bilder, aber an eines ganz besonders deutlich: eine Mutter stellt ihren Kinderwagen auf Straßenbahngleise, um damit den Verkehr zu behindern. Kein schönes Bild, Kinder zu benutzen, war mir zuwider.
Immer öfter gab es Alarm in der Kaserne. Demonstranten sollten sich angeblich auf dem Weg zur Einrichtung befinden. Angekommen sind sie nie. Dafür wurde der Schützenpanzerwagen vor das Kasernentor gestellt. Immer wieder drohten anonyme Anrufer mit Bombenanschlägen. Dies bedeutete das Antreten der gesamten Truppe auf dem Appellplatz. Ob dies echte Drohungen waren, oder die Truppe nur in Rage bringen sollte, weiß man nicht.
Auf dem Höhepunkt, im Oktober `89 gab es dann eines Nachts den Großalarm. Alle bekamen ihre Waffen und entsprechende Munition ausgehändigt. Die Lastwagen wurden in Reihe vom Tor bis zu den Unterkünften abfahrbereit aufgestellt. Wir saßen sprachlos in voller Ausrüstung auf unseren Betten oder an den Tischen. Niemand sprach ein Wort. Alle waren in Gedanken versunken. Ich weiß nicht, woran die anderen dachten, ich kann nur sagen, woran ich dachte. Ich dachte an meine Familie. Ich dachte daran, dass in diesem Moment wohl auch in anderen Kasernen die Bereitschaft zum Einsatz gegen die Bevölkerung vorbereitet wurde und ich hatte Angst. Angst davor, etwas tun zu müssen, was ich weder wollte, noch beeinflussen konnte. Es war wohl gefühlt, die längste Nacht in meinem Leben. Erst als der Alarm am Morgen abgebrochen wurde, trat das Gefühl der Erleichterung wieder ein und vertrieb die Anspannung. Es war die längste und schlimmste Nacht in meinem Leben.
Mit der Grenzöffnung 1989 traten viele Armeeangehörige die Flucht nach vorne an. Die einen nutzten den Ausgang zur Fahnenflucht, die anderen erschossen sich. Die einen glaubten nicht, an eine dauerhafte Grenzöffnung, die anderen fürchteten diese.
Die Soldaten, die in den Kasernen verblieben und aus allen Teilen der Republik kamen, freuten sich langsam über die Veränderungen. Sagte ich ihnen, dass sie demnächst mit ihrer beruflichen Kündigung rechnen können, lachten sie nur. Doch schon im Oktober`89 überfluteten die Kündigungen den Kasernenhof. Dies konnte nur denjenigen überraschen, der in der sozialistischen Schule nicht aufgepasst hatte und dem das Allgemeinwissen zum Zustand der DDR fehlte. Es überraschte sehr, sehr viele junge und alte, Grundwehrdienstler und Reservisten, Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere.
Ich vermied es, den Westen während meiner Armeezeit zu besuchen. Ich schämte mich für die DDR Bürger, die sich mit Bananen, Schokolade, Cola Dosen und dem Hundert D-Mark Schein locken ließen, ohne nachzudenken, ohne die Folgen auch nur im geringsten einschätzen zu können. Warum hatten sie alles vergessen, wo war ihr Stolz geblieben. Das Gefälle, welches zwischen Ost und West nach 40 jähriger Trennung bestehen musste, warum dachte niemand daran?
Anstatt ans das Volk und an das Große und Ganze zu denken, dachte damals schon jeder nur an sich. Sie glaubten an die Mär von den vermissten Brüdern und Schwestern, an die Mär von Wohlstand und Gleichberechtigung für alle, an die Mär der Gleichheit aller Menschen. Sie glaubten daran, eine Chance zu haben, mit ihren Produkten, mit ihren Betrieben, mit ihren Plänen.
Sie glaubten dem Glanz der Schaufenster in westlichen Straßen, sie glaubten dem Gerede vom Überfluss, der alle trägt. Sie ließen ihre Kinder in den Ostgebieten auf sich selbstgestellt zurück, sie benahmen sich wie Tiere.
Als Dank für 40 jähriges Aushalten einer Diktatur, bekamen sie nicht den Marshallplan, sondern die fleißigen Mitarbeiter der Treuhand zur Seite gestellt. Um den westlichen Unternehmen lästige Konkurrenz vom Halse zu halten und das östliche Unvermögen zu zementieren. Blühende Landschaften, dieser Begriff ist wohl wörtlich zu nehmen. Groß- und Einzelhandel statt Industrie. Straßen, die vor allem Urlauber aus den westlichen Bundesländern in östliche Urlaubsrefugien befördern sollen. Privateigentum für diejenigen, die schon 50 Jahre länger Vermögen anhäufen konnten.  Billige Arbeitskräfte, die man hin- und herschieben kann. Hunderttausende, Millionen zerbrochener Lebensläufe. Dies  ist das Endergebnis der Wende.
Arbeitslosenzahlen, die ihr Niveau kaum verändern, nur noch Saisonbedingt. Ausbreitung des Billiglohnsektors seit der Wende, bei gleichzeitigem Anstieg der Lebenshaltungskosten auf allen Gebieten. Die Einführung des Euros, die bei genauerer Betrachtung einer Währungsabwertung gleicht. Arm und Reich stehen sich wieder gegenüber, Verbesserungen sind nicht in Sicht.
Der finanzielle und soziale Puffer, auf dem die Stabilität der Bundesrepublik beruht, sind aufgebraucht. Sie sind gezwungen, zu planen, um die freie Marktwirtschaft zu garantieren. Sie haben sich in der globalisierten Welt von Allem und Jedem abhängig gemacht. Mitgegangen, mitgefangen, Umwege ausgeschlossen.
Es sind wohl diese immer gleichen Abläufe, welche uns am Ende die immer gleichen Ergebnisse bescheren.
Inwieweit die oben beschriebenen Vorkommnisse mein Leben beeinflusst haben, ich bin mir darin nicht sicher. Ich habe mir zumindest den Blick nach unten bewahrt. Das Elend, die negativen Veränderungen einer Gesellschaft bleiben mir nicht verborgen. Alles zu negieren und nur dem Licht zu folgen, liegt mir nicht. Die Schattenseiten aller Entwicklungen sind das Interessante und erfordern zielgerichtete Maßnahmen. Das Gute funktioniert oft ohne große Anstrengungen. Erfolg ist zwar planbar, einseitiger Erfolg wandelt sich allzu schnell in Misserfolg.
Warum scheiterten alle bisherigen Systeme oder bauen auf den Schultern der verarmten Massen ihren Erfolg auf? Warum scheinen Menschen dieses System zu lieben, bis die Not nach ihnen greift? Warum versucht niemand vorher einzugreifen, wenn die Möglichkeiten noch bestehen und der Aufwand geringer ist? Wie immer, habe ich das Gefühl, nichts ändern zu können. Doch das Ergebnis und die Folgen der Handlungen aller Beteiligten kann ich spüren. 

Dienstag, 7. Mai 2013

Mütter


Mütter


 

Mütter sind wertvoll  wie Sternenstaub,

Sie glänzen bei Nacht und strahlen am Tage,

Sind die Bindeglieder der Generationen,

Sie können mit Recht stolz sein darauf,

Sie halten die Familien in der Waage,

Hier und weltweit, in allen Nationen,

Oft, ohne an sich zu denken, sich zu schonen,

Kümmern sie sich mit Hingabe um die Dinge,

Die anderen nicht liegen, jene nicht sehen,

Stehen beratend zur Seite, damit das Leben gelinge,

Geben ihre Erfahrungen weiter, helfen zu verstehen,

Werden oft selbst nicht verstanden, in diesen Zeiten,

Wo ihr Handeln als selbstverständlich angenommen wird,

Die Probleme der Gesellschaft sich ausbreiten,

Realitäten Familien auseinander treiben,

Der Zusammenhalt ganz allmählich stirbt,

Die Generationen ehrliche Gespräche meiden,

Alles Wissen aus dem Computer kommt,

Diese künstliche Wahrheit, die Erde besonnt,

Die Erfahrungen der Mütter nicht mehr ausreichen,

Dem verallgemeinerten Wissen weichen,

Wie ein Wasserfall, der über Jahrhunderte den See füllt,

Immer neues von oben in die Tiefe treibt,

So wurde das Wissen von den Generationen weitergegeben,

Die Instinkte der Mütter haben über Äonen,

Ungezählte Generationen in Sicherheit gehüllt,

Damit dies weiterhin und in der Zukunft so bleibt,

Sollte man sie als den Mittelpunkt verehren,

Und sie auch ungefragt, von Zeit zu Zeit belohnen,

Ihr Wissen und Können abfordern und anerkennen,

Jeder Tag ist dafür geeignet, in diesem kurzen Leben,

Zur Erinnerung mussten wir ihn Muttertag nennen,

Schenken wir ihnen ein Leben lang Liebe,

Damit das Gute in der Welt siege,