Freitag, 21. Juni 2013

Worte und Taten innerhalb des demokratischen Gebildes

Worte und Taten innerhalb des demokratischen Gebildes



Demokratie bedeutet laut Duden, die Volksherrschaft durch gewählte Vertreter des Volkes. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass alle Entscheidungen auf dem Volkswillen beruhen sollten und diesem auch zugutekommen sollten. Das Volk ist sich niemals einig darin, was für sich das Beste ist, so ist es auch mit den Parteien. Diese bilden nur einen Teil der Bevölkerungsmeinung ab. 40 bis 50 Prozent der Wahlberechtigten gehen aus Verdruss oder Zufriedenheit nicht mehr zur Wahl. X- Prozent wählen davon diese oder jene Partei. Diese Rechnung im Kurzformat macht deutlich, wie gering die Verankerung der einzelnen Parteien in der Bevölkerung eigentlich ist. Im Gegensatz dazu ist das Entscheidungspotential der politischen Institutionen um ein Vielfaches höher. Und das Volk kann lediglich über die Volksvertreter entscheiden. Über deren Verhalten, deren Entscheidungen und Einstellungen, kann es sich anschließend nur wundern, manchmal freuen, doch es kann diese Dinge kaum mehr beeinflussen. Parteien tragen in Deutschland Farben, Mal Gelb, mal Grün, mal Rot, auch Braun und Orange treten vereinzelt in Erscheinung. Schwarz gehört gerade zu den Siegerfarben. Sie nennen sich konservativ, fortschrittlich, alternativ, gerecht und zukunftsorientiert. Sie haben für alle Probleme und alle Fragen die passenden Antworten parat. Manche Vorschläge gefallen der Bevölkerung, manche werden von dieser weder wahrgenommen, noch verstanden, und manche werden abgelehnt und dennoch umgesetzt. Oft gleicht sich der Weg, den die unterschiedlichen Farben beschreiten und unterscheidet sich nur in der Wahl der Wörter und in der Form der Darbietung. Es gleicht bei genauerem Hinsehen einer Theateraufführung, vor mal interessiertem und mal gelangweiltem Publikum. Es sind Vorstellungen, die wie Theaterstücke meinungsbildend und richtungslenkend sind, je nach dramaturgischer Umsetzung. Wer ist der Regisseur hinter den Kulissen, wer der Finanzier und Vordenker. Wer bestimmt tatsächlich die Richtung, in die sich alles bewegt. Für den überwiegenden Teil der Bevölkerung, stellt sich diese Frage nicht. Sie stellt sich überhaupt nicht, solange Versprechungen und Ergebnisse sich halbwegs die Waage halten und die Mehrheit der Bevölkerung am antrainierten Rhythmus des Lebens teilnehmen kann. Sie stellt sich auch nicht, wenn die Mehrheit der Bevölkerung eine Minderheit als den Fehler im System ansieht und anerkennt. Somit bleiben soziale Ungerechtigkeiten und Nöte immer schön erklärbar und im Angesicht des Großen und Ganzen verzeihlich. Schuld sind immer die Anderen und die falschen Entscheidungen liegen meist Jahre zurück. Niemand kann sich so richtig daran erinnern, wie es zu den Fehlentscheidungen kam, die Voraussetzungen waren damals ja ganz anders und im Übrigen waren sie aus heutiger Sicht, damals richtig. Dies ist richtig und falsch zugleich. Die Frage ist doch, welchen Zeitraum man für die Wirksamkeit von Entscheidungen ansetzt, welche Einflüsse und Faktoren auf zukünftige Ereignisse man betrachtet, oder eben nicht. Welche Ziele ergeben sich aus den momentanen Situationen und wem nützen die Entscheidungen auf lange Sicht? Allen gesellschaftlichen Schichten, oder nur Teilen der Gesellschaft?
Politiker sind keine Hellseher. Das Wahlvolk noch viel weniger. Doch Gott gab allen ein Hirn und die Fähigkeit zum Nachdenken.
Wer Probleme hat, in die Zukunft zu sehen, sollte sich mit der Vergangenheit beschäftigen. Er male sich einen Zeitstrahl auf und kennzeichne auf diesem die Entwicklungen der relevanten Kennzahlen nach Jahren. Dann verlängere er den Zeitstrahl in die Zukunft und kann sich ein besseres Bild der Entwicklungen machen. In Excel Tabellen sind es die Trendlinien, welche manchmal mehr Aussagen, als kurzfristige Tages und Monatsergebnisse.
Kann die Bevölkerung eines Landes ärmer werden, obwohl das Land selbst immer reicher wird? Können die Steuereinnahmen eines Landes steigen, obwohl die Bevölkerungsbasis immer weniger Steuern zahlt? Alles eine Frage der Betrachtungs- und Herangehensweise.
Wer den Durchschnitt bildet, teilt die Gesamtsumme normalerweise durch die Anzahl der Einzelposten. Bei zwei Werktätigen, mit zusammen 5800€ Gehalt, ergibt sich ein Durchschnittsgehalt von 2900€. Das klingt ja ausgezeichnet, für den einen, der 5000€ im Monat verdient, für den anderen, mit 800€ im Monat klingt es wie Hohn. Doch dies ist die Realität. Die wenigen, mit den höchsten Einkünften oder Einnahmen, auch Umsätzen, bestimmen den Durchschnitt. Sie bilden aber nicht die gelebte Realität der Masse, ob Betrieb oder Bevölkerung, ab.

Man kann nur hoffen, dass bei all den Möglichkeiten, der Selbsttäuschung und des Ausblendens, durch Zufall, der richtige Weg eingeschlagen wird. Positive und aufstrebende Entwicklungen bedürfen eines erhöhten Einsatzes an Willenskraft und Umsetzungswillen. Der Sinn für die Realitäten des Lebens und der Blick für die Details, aus denen sich diese Realitäten zusammensetzen, sind wohl nicht mehr vielen gegeben. Wie viel Zeit bleibt noch, um sie neu zu entwickeln?

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