Samstag, 27. Juli 2013

Die Grenzen des Machbaren

Die Grenzen des Machbaren


Grenzen sind dazu da, dass man sie überschreitet. Manchmal sind Grenzen unüberwindlich, unkenntlich, unwirtlich oder einfach nur störend. Die Menschen sind wohl die einzigen bekannten Wesen, welche ständig ihre Grenzen austesten und überschreiten möchten. Dies im weitesten Sinne. All seinen Schöpfungen und Entwicklungen, im technischen, gesellschaftlichen und sozialen Bereich sind früher oder später Grenzen gesetzt. Erst neue Erkenntnisse, beruhend auf gemachten Erfahrungen oder Entdeckungen können eine Ausweitung der Spielräume ermöglichen. Dazu tragen nicht diejenigen bei, welche mit der Verwaltung und Gestaltung des Althergebrachten betraut sind und sich nur diesen Aufgaben widmen. Sie können meist effizienzsteigernde Änderungen innerhalb des von ihnen bewusst wahrgenommenen und bearbeiteten Feldes herbeiführen. Mehr Zusammenhänge sind ihnen nicht zugänglich und spielen in ihrer Gedankenwelt auch keine Rolle. Da sie ihren eigenen Bestand gefährden würden, ihre gewohnten und bequemen Abläufe selbst durcheinander bringen würden, bleiben diese Vorschläge und Gedanken meist in den Köpfen der beteiligten, abhängigen Personen.
Nur unabhängige, halbwegs angstfreie Personen, unbeteiligte Dritte, sind willens und in der Lage, nach Zuführung von Wissen aus allen Bereichen und übergreifenden Regionen, welche manchmal nichts mit dem Grundproblem zu tun haben, neue Erkenntnisse zu heben und damit Strukturen neue Grenzen zu geben. Dies wäre ein Lobgesang auf jeden Berater und jedes Beratungsunternehmen dieser Welt, wenn sie nicht auch Gefangene ihres Systems wären und somit den gleichen Grenzen unterliegen, wie ihre Klientel. Worin liegen die Grenzen der großen Beratungsunternehmen dieser Welt?
In der Zielsetzung?
-          Mehre dies und jenes des Einen
-          Auf Kosten der Anderen
In den Methoden?
-          Bestandsaufnahme innerhalb des Systems
-          Berechnungen innerhalb des Systems
-          Begrenzte Umfeld Recherche
In den Schlussfolgerungen?
-          Effizienzsteigerung durch Kostenreduzierung innerhalb des Systems
-          Zentralisierung oder Dezentralisierung, je nach Ist-Situation
-          Ausweitung oder Schrumpfung der vorhandenen Strukturen, je nach Bedarf
-          Verändere dies, dann entsteht eventuell das…
-          Mach es so, damit hatten auch andere Erfolg…

Die meisten Berater haben mit dieser Strategie durchaus punktuellen Erfolg. Mehre das Eine. Was aus den Anderen, den Übriggebliebenen wird? Die Summe der Berater macht am Ende eine Gesellschaft aus. Und das sind die Zusammenhänge, technischer Fortschritt kostet Arbeitsplätze, das soziale Gefüge verändert sich negativ, wird aber, solange ein monetärer Überschuss vorhanden ist, aufgefangen. Bis die Grenzen des Machbaren erreicht sind und man sich rekelt und windet, in einem Netz gefangen, welches keine Bewegungsfreiheit mehr zulässt. Es sei denn, man hat über den Tellerrand geschaut und mehr als nur das ihm bekannte betrachtet und in seine Überlegungen mit einbezogen. Geschieht das Heute? Europa befindet sich schon in einem solchen Netz. Gesponnen, aus dem dünnen Garn des Geldes. Immer mehr winden sich die Teilnehmer und vermissen ihren Freiraum. Sie gelangen an ihre Grenzen. Die Wege der Effizienzsteigerung sind bei den meisten Teilnehmern schon zu lange beschritten. Es fehlt an neuen Ideen, an fortschrittlichen Entwicklungen, die vor allem eines schaffen, ausreichend Arbeitsplätze für einen längeren Zeitraum. Aus dem Traum weniger, wird wohl demnächst der Alptraum für viele. Wenn er nicht schon begonnen hat. Und es sind diese immer gleichen Denkweisen, die, in die immer gleiche Richtung führen. Der Gedanke für die Mehrung des Geldes wird so intensiv gelebt, würde der soziale Gedanke so gelebt, hätte die Menschheit wohl keinerlei soziale Probleme mehr. Aber daran wird das jetzige System am Ende wieder scheitern. Nicht das einzelne Land, die einzelne Gemeinde der einzelne Mensch, sondern alle im Zusammenhang. Es ist der Gedanke, der die Entwicklungen beeinflusst. Will ich es, oder will ich es nicht. Der Bodensatz ist die Grenze, die unüberwindbar ist. Warum sich nicht alles ausbreitet, in die Höhe und die Weite, ist  nur mit der menschlichen Begrenztheit zu erklären. Mehre das eine auf Kosten der anderen statt zum Wohle aller, das ist die Tragik der Jetztzeit, die Neuauflage der Vergangenheit.

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